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07. Mai 2017

Vortragsveranstaltung

Einstürzende Neubauten, Römischer Bergbau am Laacher See-Vulkan und seine Folgen in fder Gegenwart

Am Freitag, den 10. März, hatte der Plaidter Geschichtsverein zu seinem alljährlichen Vortragsabend in das Foyer der Hummerich-Halle eingeladen. Diesmal war der Andrang derart groß, dass schnell noch Stühle gerückt werden mussten, um Platz für zusätzliche Reihen zu schaffen. Referent war Dr. Holger Schaaff vom VAT Mayen, eine Abteilung des Römischen-Germanischen Zentralmuseums. Der Wissenschaftler referierte über die neuesten Forschungsergebnisse zum römischen Bergbau in der Region um den Laacher See, einer Landschaft, die reich an vulkanischem Tuff ist. Dies hatte schon früh der römische Staat erkannt, der mit der professionellen Gewinnung dieses wertvollen Baustoffs um Christi Geburt begann und für den Ausbau des frühkaiserlichen Kölns und anderer römischen Großbauten in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Dänemark verwendete. Diese römischen Bergwerke waren in der Regel als Kammer-Pfeiler-Bau in etwa 5 bis 12 m Tiefe angelegt. Im Krufter Bachtal sind - im Gegensatz zum Brohltal - zahlreiche Reste dieser römischen Bergwerke erhalten. 50 Fundstellen erlauben eine Rekonstruktion und die Unterscheidung von neun großen Abbaubereichen in Kruft, Kretz und Plaidt.
Auswirkungen dieses römischen und später mittelalterlichen Bergbaus sind bis in die jüngste Vergangenheit zu spüren. Vor allem sind es Erdabsenkungen oder im schlimmsten Falle massive Einbrüche, gerade auch dann, wenn darüber liegende Bimsschichten in der Neuzeit abgetragen wurden. Negative Auswirkungen sind 1878/79 für den Eisenbahnbau dokumentiert. Hier mussten aufwändige und kostspielige Prospektionsbohrungen im Bereich der geplanten Bahnlinie und eine Verlegung von Teilen der Bahnstrecke sowie zusätzliche Fundamentierungsarbeiten vorgenommen werden. Im Frühjahr 1960 musste die Bundesstraße 256 bei Kretz gesperrt werden, da die Fahrbahn einzustürzen drohte. Auch hier führten Bimsgewinnung und Straßenbau zu einer Beschädigung der darunter liegenden Stollen. Bergschäden bis hin zum Abriss oder Neubau von Häusern sind außerdem in Ortslage von Kruft, Kretz und Plaidt dokumentiert, die schlimmsten sicherlich für Plaidt.
All diese Bergschäden wurden dokumentiert, kartiert und ausgewertet. Entstanden ist eine Karte, die das Gefahrenpotenzial darstellt und dabei Hilfe bei der Einschätzung von Risiken und Kosten leistet, wenn mal wieder Bauvorhaben oder Erdeingriffe geplant werden. Der Vortrag von Holger Schaaff wird in überarbeiteter Form im nächsten Heft der Plaidter Blätter gedruckt.

v. l. Wolfgang Horch, Referent Dr. Holger Schaaff, Frank Neupert

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