NEUES > STARK BESCHÄDIGTES WEGEKREUZ WIEDER ERRICHTET

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16. Mai 2008

Stark beschädigtes Wegekreuz wieder errichtet

15 Wegekreuze in Plaidter Flur sind vom Geschichtsverein unmittelbar nach der Gründung im Jahre 2003 dokumentiert worden. Die jetzigen Restaurierungsarbeiten wurden nach Satzung: ... ideelle oder finanzielle Hilfestellung bei der Erhaltung von Kunst- und Kulturdenkmälern ... durchgeführt.

Starke Beschädigungen

Starke Beschädigungen

Neue Klebetechniken, exakter Schnitt

Errichtung am 23. April 2008

Aktueller Zustand

Auf dem Weg nach Fraukirch steht unweit der Stelle, an der sich ein Weg zur Rückseite des Hummerichs und zum Korret abzweigt, seit Menschengedenken das von Krein Hilger gestiftete Wegekreuz.
Schon bei der Bestandsaufnahme der Kreuze in der Plaidter Flur im Jahr 2003 stellte der Plaidter Geschichtsverein erhebliche Schäden fest. Das größte Problem lag im Übergangsbereich des Schaftes zum Kreuzaufsatz. Dort wurden zwei oder drei Reparaturen vermutlich im 19. und 20. Jahrhundert durchgeführt, bei denen man Anker aus Eisen verwendete. Der ansetzende Rost hatte die Kraft, den Stein zu sprengen.
Das Wegekreuz wurde abgebaut und alle rostenden Teile entfernt. Bolzen aus Edelstahl und ein spezieller Kleber halten nun den zersprengten Stein zusammen. Das Kreuz selbst wurde mit weiteren Eisenbolzen mit einem schweren Betonfuß verbunden. Bei der Montage des Kreuzes halfen freundlicherweise Mitarbeiter der Gemeinde Plaidt.
Die Restaurierung des Kreuzes nahmen die Familienforschern des Geschichtsvereins gerne zum Anlass, um zumindest einige Eckdaten zu Krein Hilger zu ermitteln. Zunächst einmal ist Krein eine dialektische Form des Vornamens Quirin. Hilger stammte aus Ochtendung, wohnte in Plaidt und war in erster Ehe mit einer Katharina Margarete verheiratet, deren Nachname unbekannt ist. Sie starb im Jahr 1684. Genau diese Zahl ist in den Schaft des Kreuzes eingemeißelt. Zwar gibt das Plaidter Kirchenbuch keine Auskunft über die Art ihres Todes, doch scheint es nicht unwahrscheinlich, dass sie genau da, wo das Kreuz steht, durch einen Unglücksfall ums Leben kam. Aus der Ehe dieser beiden ging die 1655 geborene Maria hervor und der Sohn Johann, der 1669 Anna Maria Becker aus Ochtendung heiratete.
Quirin Hilger gehörte zu den eher vermögenden im Ort. Nachgewiesen ist, dass er 1683 die Güter des Deutschordens auf zwölf Jahre pachten konnte, was ihm zuverlässige Einkünfte sicherte. Die Stiftung des Kreuzes selbst deutet dies ebenfalls an: Das war nicht billig und noch lange nicht für jeden Tagelöhner zu bezahlen. Quirin Hilger starb am 20.11.1712 in Plaidt.


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